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Verkäufer-Leitfaden

Wie man eine mobile App vor dem Verkauf bewertet: Kennzahlen, Multiplikatoren und Fallen

Mobile Apps folgen einer anderen Bewertungslogik als B2B SaaS. DAU, MAU, ARPU und D30-Retention sind die entscheidenden Kennzahlen, mit Multiplikatoren, die je nach Monetarisierungsmodell bis zum Dreifachen variieren.

28. Juni 2026 8 Min. Lesezeit

Eine mobile App ist kein SaaS, und ihre Bewertungskennzahlen sind nicht dieselben. Ein Gründer, der das B2B-SaaS-Schema (ARR-Multiplikator, NRR) auf eine Consumer-App anwendet, gelangt systematisch zu einer falsch positionierten Bewertung. Dieser Leitfaden detailliert die mobilspezifischen Kennzahlen und die in Europa 2026 beobachteten Multiplikatoren.

Mobilspezifische Kennzahlen

  • DAU/MAU: Das DAU/MAU-Verhältnis misst das tägliche Engagement. Ein Verhältnis > 40% gilt als ausgezeichnet (Facebook ~66%, Snapchat ~60%). Unter 15% wird die App als „Gelegenheitstool“ wahrgenommen, begrenzte Bewertung.
  • D1/D7/D30-Retention: misst den % der Nutzer, die 1, 7 und 30 Tage nach Installation zurückkehren. Branchen-Benchmarks 2025 (AppsFlyer): medianer D1 = 26%, D7 = 11%, D30 = 6%. Eine App mit D30 > 15% liegt im oberen Quartil.
  • ARPU: durchschnittlicher Umsatz pro monatlich aktivem Nutzer. Schlüssel für Freemium- und In-App-Purchase-Apps. Im Vergleich zum CAC (Akquisitionskosten) zur Berechnung der Amortisationsdauer.
  • LTV: Für mobile Apps gilt LTV = ARPU × durchschnittliche Nutzerlebensdauer. Die Lebensdauer variiert stark nach Sektor: Gaming (18–24 Monate), Fitness (12–18 Monate), Finanzen (36–60 Monate).

B2C vs. B2B Multiplikatoren: die Unterschiede

Consumer-Mobile-Apps werden je nach Monetarisierungsmodell unterschiedlich bewertet. Subscription-Apps haben die höchsten Multiplikatoren, da sie strukturell SaaS ähneln. Freemium/In-App-Purchase-Apps haben Zwischenmultiplikatoren. Werbemodell-Apps haben die niedrigsten Multiplikatoren aufgrund der CPM-Volatilität.

4–8x

Jahresumsatzmultiplikator, B2C-Abonnement-App

2–4x

Jahresumsatzmultiplikator, Freemium/IAP-App

1–2x

Jahresumsatzmultiplikator, Werbe-App (CPM-basiert)

15%

D30-Retention-Schwelle oberes Quartil (AppsFlyer 2025)

Der Einfluss der Apple- und Google-Stores auf die Margen

Die Store-Provision (30% für Apple App Store und Google Play im ersten Jahr, 15% ab dem zweiten Jahr) wirkt sich direkt auf die Bruttomargen und damit auf die Multiplikatoren aus. Ein Erwerber berechnet Multiplikatoren auf Nettoumsatz nach Store-Provision. Ein Asset mit 500K€ Bruttoumsatz auf App Store zeigt tatsächlich ~380K€ Nettoumsatz. Diese Unterscheidung muss im Informationsmemorandum klar dargestellt werden.

In-App-Purchase vs. Abonnement: Was bewertet sich besser?

Wiederkehrende Abonnements werden strukturell besser bewertet als einmalige In-App-Purchases. Grund: Wiederkehrende Einnahmen schaffen Vorhersehbarkeit, den Haupttreiber der Multiplikatoren. Ein Asset, das 80% seiner Einnahmen via Jahresabonnements mit niedrigem Churn generiert, wird 2–3x mehr bewertet als eines mit denselben Einnahmen aus Einmal-IAPs. Optimale Vorkaufsstrategie: aktivste Nutzer auf Abonnement migrieren und die Konversionsrate über 6 Monate dokumentieren.

Praxisbeispiel: Nischen-App, 50K MAU, Bewertung

Daten: Notizmanagement-App für selbständige Anwälte. 50.000 MAU, DAU/MAU = 35%, D30-Retention = 18%, monatlicher ARPU = 4,50€, monatlicher Churn = 2,1%. ARR ≈ 1,89M€. Geschätzter NRR = 96%. Netto-App-Store-Umsatz (15%, Nutzer > 1 Jahr) = 1,61M€. Erwarteter Multiplikator: 4–6x ARR netto = 6,4M€–9,6M€. Prämienfaktoren: hohe D30-Retention (+), DAU/MAU > 30% (+), B2B-Nischensegment (+). Abschlagsfaktor: monatlicher Churn 2,1% = 22,6% jährlich, über SaaS-B2B-Benchmarks (–).

IA

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz verfasst und unter der redaktionellen Verantwortung von Aegryn überprüft. Gemäß Artikel 50 des EU-KI-Gesetzes übernehmen wir die redaktionelle Verantwortung für diesen Inhalt.

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